Anwendungsbeispiel Klärwerk Kitzingen

Wie eine Kläranlage mit qPCR-Analytik Zeit, Geld und Nerven spart.

Klärwerk Kitzingen - vom Bauchgefühl zu zielgerichteter Prozesssteuerung.

Früher waren es vor allem die Ablaufwerte, unsere Erfahrung und ein gutes Gespür für die Biologie, die unsere Prozesssteuerung in der Kläranlage bestimmten. „Wir haben die Anlage ehrlich gesagt aus dem Bauch heraus gesteuert“, berichtet der Betriebsleiter Herr Orth. Wenn Probleme auftauchten, wurde improvisiert – oft durch reines Ausprobieren. Doch diese Vorgehensweise war zeitaufwendig und oft frustrierend: Strategiebesprechungen, Anpassungen, auch Rückschläge – ein ständiger Balanceakt, bei dem die Wirksamkeit der Maßnahmen oft unklar blieb.

 

Mit der Einführung der qPCR-Analysen von DyeNA Genetics änderte sich diese Situation grundlegend. „Heute sehen wir schwarz auf weiß, was genau unsere Maßnahmen bewirken“, so der Betriebsleiter. Die qPCR-Analysen ermöglichten der Kläranlage völlig neue Steuerungsansätze – gezielt, datenbasiert und nachvollziehbar. Statt auf Vermutungen kann das Team nun auf messbare Fakten setzen – ein entscheidender Unterschied, der sich in allen Bereichen auszahlt.

 

Ausschlaggebend für den Umstieg waren erste gemeinsame Studien mit DyeNA, die uns schnell das enorme Potenzial der qPCR-Technologie aufzeigten. Die Analysen bestätigten nicht nur vorhandene Erfahrungswerte, sondern zeigten auch, wo diese allein nicht ausreichten. „Wir konnten nun genau feststellen, wo das Problem lag – und vor allem, wie wir effektiv gegensteuern konnten.“ Das Resultat: Mehr Prozessstabilität, höhere Sicherheit und deutlich weniger Aufwand bei Störungssuche und Prozesskorrektur.

 

Der Weg zur Integration war am Anfang etwas ungewohnt. Es galt, unsere Erfahrungen, die qPCR-Daten und die Ablaufwerte zu verknüpfen. Zum Beispiel während der Weinlesezeit – einer Phase, in der wir aus Erfahrung wussten, dass die Biologie optimal läuft und die Ablaufwerte ideal sind. „Wir haben dann die qPCR-Werte mit diesen Idealzuständen abgeglichen und wussten welche Zellzahlen für Nitrifikanten und Denitrifikanten wir in der Biologie haben müssen, wenn alles perfekt laufen soll.“ Heute wissen wir genau, wie die mikrobiologischen Bedingungen aussehen müssen, damit der Prozess ideal funktioniert.

 

Der Erfolg spricht für sich: Im Sommer kann die Anlage dank gezielter Steuerung mit geringerem Schlammalter betrieben werden – das reduziert den Energiebedarf für die Belüftung deutlich. Auch in der Faulung hat sich die Bilanz verbessert – durch energiereicheren Schlamm steigt die Methanausbeute, was sich direkt in mehr Eigenstromproduktion und damit in handfeste Einsparungen ummünzt. Und mit dem qPCR-Monitoring für Microthrix parvicella sehen wir genau wann die Fadenförmigen zunehmen und wann sich ein Massenwachstum anbahnt. Auch das erhöht die Sicherheit – und spart Zeit und Nerven.

 

Doch es sind nicht nur die wirtschaftlichen Vorteile, die zählen. „Wir handeln heute viel gezielter und sicherer. Wir haben zum Beispiel identifiziert, dass die plötzlich einsetzenden Salzschübe die Mikrobiologie negativ beeinflusst haben – früher hätten wir das nie so klar nachweisen können.“ Die Analysen helfen dem Betrieb, Zusammenhänge besser zu erkennen und Prozesse verständlicher zu gestalten. So lässt sich die Qualität der Abwasserbehandlung nachhaltig steigern.

 

Für die Zukunft ist klar: Die qPCR-Analysen machen uns die Steuerung deutlich einfacher und gezielter. „Wir wollen auf diese Werte nicht mehr verzichten – sie sind für uns ein zentrales Steuerungsinstrument geworden.“ Der nächste Schritt? Die Optimierung des Bio-P-Verfahrens, unterstützt durch die präzisen Einblicke mit der qPCR-Analytik.